Das internationale Samentauschprogramm und das Sammeln von Samen des Alpengartens
Um den heutigen Hauptaufgaben des Alpengartens - Artenschutz und Bewahrung der genetischen Vielfalt von Alpenpflanzen -, gerecht zu werden, sind zwei Tätigkeitsbereiche besonders wichtig: das internationale Samentauschprogramm und das Sammeln von Samen in den Bergen Österreichs.Das Samentauschprogramm
Die Bundesgärten nehmen seit über 40 Jahren an dem Tauschprogramm mit internationalen botanischen Gärten, Universitäten, Parks und anerkannten Privatsammlungen teil. Neben dem Alpengarten, der das Programm für die Bundesgärten federführend leitet, sind alle Wiener Parks der Bundesgärten sowie die botanischen Sammlungen im Schlosspark Schönbrunn und im Belvederegarten, das Große Palmenhaus Schönbrunns und die Baumschule im Augarten beteiligt. Im Rahmen des Programms werden weltweit wertvolle Samen getauscht. Der internationale Samentausch unterliegt strengen Regelungen auf Basis der Biodiversitätsabkommen von Rio de Janeiro aus dem Jahr 1992. So sammelt jede Institution ausschließlich in ihrem eigenen Land und sorgt für die erforderlichen rechtlichen Rahmenbedingungen. Der Alpengarten bekommt von anderen Institutionen jährlich gut 2.000 Samen-Portionen zugesandt, die der Erhaltung unserer Sammlungen und dem Artenschutz dienen. Die daraus erzogenen Jungpflanzen werden botanisch nachbestimmt und für die Pflanzensammlungen der Bundesgärten verwendet.
Das Sammeln von Samen
Alljährlich im Spätsommer und im Herbst werden von den GärtnerInnen des Alpengartens Samen von Alpenpflanzen in den Bergen Niederösterreichs, des Burgenlandes, Oberösterreichs, der Steiermark und Kärntens gesammelt. Diese Tätigkeit unterliegt strengen behördlichen Auflagen. Das Pflanzenmaterial darf nur mit Genehmigung der Landes- bzw. Bezirksbehörden in ausgewählten Gebieten und zu bestimmten Zeiten gesammelt und ausschließlich für Forschung und Wissenschaft verwendet werden. Die Samenernte hat, so sie fachkundig vorgenommen wird, keine Minderung der Pflanzenbestände zur Folge. Beispiele dafür sind unsere österreichischen Sammelorte, die auch nach über 40-jähriger Erntetätigkeit keine Bestandsreduzierungen zeigen. Die Samen werden nach der Ernte von uns genau nach lateinischem Namen, Sammelort und Datum bestimmt. Nach dem Trocknen und Ausreifen werden sie gereinigt, portioniert und versandt. Die Bestellungen für unsere Samen erfolgen über den Index seminum (Liste der erhältlichen Samen). Von den rund 4.000 bis 5.000 jährlich bestellten Portionen werden von uns etwa 3.000 verschickt. office@bundesgaerten.at

