Neupflanzung Sisi-Palme
im Grossen Palmenhaus im Schlosspark Schönbrunn.Das Herzstück des 1880 bis 1882 erbauten Großen Palmenhauses im Schlosspark Schönbrunn war zur Zeit der Eröffnung eine große, über 100-jährige Livistona. Aufgrund ihres Alters wurde sie Maria-Theresia-Palme genannt. Diese Pflanze erreichte in den 1910er Jahren die Kuppel des 25m hohen Hauses und musste gefällt werden. Ebenso erging es der Ersatzpflanze in den 1930er Jahren. Im Februar 1945 zerstörten mehrere Bombentreffer sowie in deren Folge Frostschäden einen Großteil der Pflanzen, darunter auch die große mittlere Palme.
Für die Wiedereröffnung 1953 kam wiederum eine Livistona chinensis in den mittleren Raum des Glashauses. Die in einem riesigen Holzfass gepflanzte Palme überstand die Renovierungszeit der 1980er Jahre im Haus. Aufgrund ihrer Größe und dem Wurzelwuchs durch den Pflanzkübel konnte sie für die Sanierung nicht entfernt werden. Das morsche Holzfass wurde entfernt, die Partie neu gestaltet. Seit der Wiedereröffnung im November 1990 ist die Palme wieder eines unserer besonderen Schaustücke. Ihr derzeitiges Alter wird auf 170 Jahre geschätzt – so ist es durchaus möglich, dass Kaiserin Elisabeth diese Palme bereits in anderen Gewächshäusern der Habsburger bewundern konnte. Sie wird als eine der Nachfolgerinnen der Maria-Theresia-Palme von den Bundesgärten Sisi-Palme genannt. Im Vorjahr war der Zeitpunkt gekommen, dass auch diese Pflanze das Dach des Palmenhauses nahezu erreicht hat. Bevor die Palme das Gebäudedach beschädigt und altersbedingt unansehnlich wird, muss sie entfernt werden. Ein geeigneter Nachwuchs – wieder eine chinesische Fächerpalme – steht für die Nachpflanzung im Frühjahr 2008 bereits im Grossen Palmenhaus bereit.
Livistona chinensis
Livistonie, Schirmpalme, Chinesische Fächerpalme
Heimat: Südchina
Familie: Arecaceae
Palmen gehören zu den monokotylen, d.h. einkeimblättrigen Pflanzen. Sie verfügen über kein sekundäres Dickenwachstum und kein Meristemgewebe sondern nur über ein Spitzenmeristem (Wachstumskegel), an dem die Blätter und Blüten gebildet werden. Sobald dieses beschädigt wird, stirbt die Pflanze ab. Da es sich bei der Livistona chinensis um eine solitäre (einstämmige) Palme handelt, ist auch keine Möglichkeit eines Verzweigens des Stammes gegeben. Echte Palmen lassen sich daher nur durch generative Vermehrung (Samen) vermehren, nicht durch vegetative Vermehrung wie z.B. mit Stecklingen. Die meisten Arten sind eingeschlechtlich, es gibt nur wenige Ausnahmen mehrgeschlechtlicher Pflanzen.
Es existieren in etwa 2600 Palmenarten mit 200 Gattungen.
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