Wüstenhaus

Unter dem Glasdach des im Jugendstil erbauten ehemaligen Sonnenuhrhauses im Schönbrunner Schlosspark wurde 2003 das Konzept eines Wüstenlebensraums gemeinsam mit dem Tiergarten verwirklicht. Ein Erlebnispfad führt durch authentische Wüstenlandschaften von Mittelamerika bis Madagaskar. Den botanischen Schwerpunkt bilden Kakteen und andere Saftpflanzen.

1904 wurde das Sonnenuhrhaus für die wertvolle Pflanzensammlung Kaiser Franz Joseph I. erbaut. Bis 1989 diente es als Gewächs- und Überwinterungshaus für eine wertvolle Sammlung von australischen und südafrikanischen Pflanzen. 1998 musste das Haus wegen Baufälligkeit geschlossen werden. Im Herbst 2000 begannen die Sanierungsarbeiten zur Umgestaltung des Gebäudes in ein „Wüstenhaus".

Mehr als 35 Prozent der Landmasse der Erde sind von Wüsten, Wüstensteppen und Trockensavannen bedeckt. Das Wüstenhaus beschränkt sich nicht auf das bloße Herzeigen einer Auswahl von Pflanzen und Tieren aus Trockenlebensräumen, sondern es soll in erster Linie Wissen vermitteln: über die Umweltbedingungen in extremen Lebensräumen, die den Organismen außergewöhnliche Anpassungsformen abringen und über die Überlebensstrategien der Tiere und Pflanzen.

Rundgang durch das Wüstenhaus

Das Wüstenhaus zeigt beispielsweise die seltensten Wüstenfische dieser Erde, auch die in der Türkei, Syrien und Jordanien heimischen Schwarmfische, bekannt als Knabberfische, sind zu sehen. Ein Highlight ist auch das 70 Meter lange Glasröhrenlabyrinth, das von rund 50 Nacktmullen bewohnt wird.

Auch eine neue pflanzliche Besonderheiten warten auf die jährlich rund 130.000 Besucher, nämlich die Fockea, ein Nachwuchs der ältesten sukkulenten Topfpflanze der Welt. Aufgrund ihres weißen Milchsafts wird sie in ihrer Heimat Südafrika „Koe" - auf Deutsch „Kuh" - genannt. Seit 1788 wird diese botanische Rarität in den Schönbrunner Glashäusern kultiviert. Sie galt bis 1906 als einziges Exemplar weltweit. In der Mittelhalle sticht zudem die 1859 vom österreichischen Forscher Friedrich Welwitsch entdeckte Welwitschia mirabilis hervor, die nur in der afrikanischen Namibwüste vorkommt.

 

Öffnungszeiten

01. Mai

bis 30. September

09:30 – 18:00 Uhr, letzter Einlass 17:30 Uhr

01. Oktober

bis 30. April

09:30 – 17.00 Uhr, letzter Einlass 16:30 Uhr

Der Garten am Wüstenhaus ist von Mai bis September über das Wüstenhaus zugänglich.

Veröffentlicht am 16.10.2018