Zwischen Geschichte und Klimazukunft

Historische Gärten im Spannungsfeld von Denkmalpflege, Tourismus und Klimawandel

Historische Gärten sind weit mehr als grüne Kulissen. Sie sind lebendige Kulturlandschaften, die nicht nur gepflegt, sondern auch an neue Herausforderungen angepasst werden müssen. Ende Mai trafen sich Fachleute der Österreichischen Bundesgärten mit slowakischen Kolleginnen und Kollegen zu einer zweitägigen Exkursion nach Schloss Hof und in den Schlosspark Laxenburg um über diese Herausforderungen zu sprechen. Im Mittelpunkt standen die Themen historische Gärten, Tourismus und Klimawandel.

Schloss Hof: Barocke Form, neue Fragen

Den Auftakt bildete Schloss Hof im Marchfeld. Bei der Besichtigung der nach historischem Vorbild rekonstruierten Gartenanlagen bot sich die Gelegenheit zum fachlichen Austausch über die Erhaltung barocker Gartenkunst.

 

Besonderes Interesse galt dabei den Bewässerungssystemen. Sie sind für den laufenden Betrieb unverzichtbar geworden und ihre Bedeutung wächst angesichts zunehmender Trockenperioden stetig.

Welche Bäume gehören in den Garten von morgen?

Ein weiterer Schwerpunkt war die Zukunft des Baumbestandes in historischen Anlagen. Welche Arten können auch unter zunehmend extremen klimatischen Bedingungen bestehen? Wie lassen sich historische Gartenbilder bewahren und gleichzeitig an veränderte Umweltbedingungen anpassen? Die Diskussionen machten deutlich, wie tiefgreifend der Klimawandel in die professionelle Gartendenkmalpflege eingreift. Besprochen wurden auch verschiedene Ansätze der Besucherlenkung, die dazu beitragen, empfindliche Gartenbereiche zu schützen und zugleich öffentlichen Zugang zu diesen bedeutenden Kulturstätten zu gewährleisten.

 

Laxenburg: Ein Landschaftspark unter Druck

Am zweiten Tag führte die Exkursion in den Schlosspark Laxenburg. Dort stand der umfangreiche Gehölzbestand eines der bedeutendsten historischen Landschaftsparks Österreichs im Mittelpunkt. Anhand konkreter Beispiele wurden die Auswirkungen von Hitze, Trockenheit und Extremwetter auf alte Bäume und deren Pflege besprochen. Der gemeinsame Rundgang verdeutlichte, wie wichtig langfristige Strategien sind, um diese Bestände auch für kommende Generationen zu erhalten.

Nutzungsdruck und Denkmalpflege: ein wachsendes Spannungsfeld

Historische Parkanlagen erfüllen heute viele Funktionen zugleich: Sie sind Erholungsraum, Kulturerbe und touristischer Anziehungspunkt.

 

Mit einer steigenden Zahl von Besucherinnen und Besuchern wachsen jedoch auch die Anforderungen an Pflege und Schutz der Anlagen. In Laxenburg wurde daher intensiv darüber diskutiert, wie sich Nutzung und Erhaltung in Einklang bringen lassen. Dies ist eine Fragestellung, die alle historischen Gärten gleichermaßen beschäftigt.

Gemeinsame Herausforderungen, grenzüberschreitende Antworten

Die Exkursion zeigte einmal mehr, wie wertvoll der fachliche Austausch zwischen Expertinnen und Experten ist. Herausforderungen, die vom Klimawandel bis zum steigenden Nutzungsdruck reichen, betreffen historische Gartenanlagen weit über Ländergrenzen hinaus. Gemeinsame Gespräche vor Ort schaffen die Grundlage für neue Perspektiven und Lösungen, damit diese einzigartigen Kulturlandschaften auch in Zukunft erhalten bleiben.

Veröffentlicht am 03.06.2026