Wie eine gescheiterte Medizinmission Gartengeschichte schrieb
Wer heute eine Fuchsie in einen Topf setzt, denkt dabei wohl kaum an die Tropenkrankheit Malaria.
Dabei begann die europäische Geschichte dieser Pflanze genau damit: Ein französischer Botaniker reiste Ende des 17. Jahrhunderts in die Karibik, um das fiebersenkende Chinin aufzuspüren, und fand stattdessen eine ungewöhnliche Pflanze mit röhrenförmigen Blüten in einem Rotton, den die europäische Botanik bis dahin kaum kannte.
Für die Tropenmedizin war es ein Fehlschlag. Für die Gartengeschichte ein Glücksfall.
Eine Pflanze für jeden Garten
Dieser Glücksfall hat einen einfachen Grund: Die Fuchsie stellte sich als außergewöhnlich kultivierbar heraus. Sie blüht reich, verträgt Schatten, wächst aufrecht oder hängend und lässt sich als Ampel, im Kübel oder im Beet kultivieren.
Rund 110 Wildarten aus Mittel- und Südamerika wurden zur Grundlage tausender Sorten, mit Blüten von wenigen Millimetern bis zu zwölf Zentimetern und einem Farbenspektrum von zartem Weiß über leuchtendes Rot bis hin zu tiefem Violett.
Kaum eine andere Zierpflanze reagiert auf Züchtung mit ähnlicher Formenvielfalt.
Was der Sommer 2026 zeigt
Die Beliebtheit der Fuchsien hat die Hitze dieses Sommers allerdings auf eine harte Probe gestellt.
An ihrem angestammten Platz im Halbschatten gilt die Fuchsie als robust, doch bei sehr hohen Temperaturen, wie sie diesen Sommer am Standort Grünbergstraße in Wien gemessen wurden, zeigte sie sich verletzlicher als bisher bekannt.
Die Forschung der HBLFA für Gartenbau und Österreichische Bundesgärten begleitet die Gattung seit rund zwei Jahrzehnten unter veränderten Klimabedingungen. Die Ergebnisse aus 2026 werden zeigen, welche Sorten sich als widerstandsfähiger erweisen als andere.
150 Sorten, manche davon fast vergessen
Wer der Fuchsie auf den Grund gehen möchte, findet bei den Fuchsientagen der HBLFA Gelegenheit dazu!
Die Sammlung umfasst rund 150 Sorten und 50 Arten, darunter Exemplare, die bis zu 100 Jahre alt sind, sowie zwei Arten, die seit 2006 in Österreich nicht mehr öffentlich zu sehen waren.
Herkunft, Zuchtgeschichte und aktuelle Forschung zur ökologischen Anpassung der Gattung bilden den inhaltlichen Rahmen.
Besucherinnen- und Besucherinformationen
Zeitraum: 7. bis 15. September 2026
Ort: HBLFA für Gartenbau und Österreichische Bundesgärten, Grünbergstraße 24, 1130 Wien
Das vollständige Programm ist rechtzeitig vor den Fuchsientagen online abrufbar: