Rot, schwarz und leicht zu verwechseln

Feuerwanzen und Gemüsewanzen fallen durch ihre auffällige Färbung sofort ins Auge. Trotz ihrer Ähnlichkeit unterscheiden sie sich deutlich in ihrer Lebensweise und ihrer Bedeutung für den Garten.

 

Wer im Frühjahr an einer Linde vorbeispaziert, kennt das Bild: Dutzende, manchmal Hunderte leuchtend rot-schwarze Wanzen drängen sich am Stammfuß, als hätten sie eine Verabredung. Die Gemeine Feuerwanze (Pyrrhocoris apterus) ist tatsächlich eine ausgesprochen gesellige Art. Man findet sie nahezu ganzjährig an der Stammbasis von Linden und anderen Malvengewächsen, bevorzugt an sonnig exponierten Standorten, wo sie die Samen der Wirtspflanzen besaugt.

Für Garten und Ökosystem ist sie dabei eine Bereicherung: Als fester Bestandteil der heimischen Insektenfauna dient sie zahlreichen Vögeln und anderen Tieren als Nahrungsquelle. Unter gärtnerischen Gesichtspunkten gilt sie als völlig unschädlich. Sie ernährt sich sogar regelmäßig von Aas und Insekteneiern.

 

Eine Verwechslung mit Konsequenzen

Wer die Feuerwanze kennt, tappt leicht in eine Falle. Im Gemüsebeet tauchen nämlich regelmäßig Wanzen auf, die auf den ersten Blick verblüffend ähnlich wirken: die Gemüsewanzen (Eurydema sp.). Die verschiedenen Arten dieser Gattung werden etwa 7 bis 10 Millimeter lang und sind meist auffällig rot, schwarz oder weißlich-gelb gezeichnet.

Von der Feuerwanze unterscheidet sie sich durch den schildförmigen Körperbau und das charakteristische Fleckenmuster auf Halsschild und Schildchen.

 

Eine Vorliebe für Kreuzblütler

Die Schwarzrückige Gemüsewanze saugt an verschiedenen Kreuzblütlern (Brassicaceae), was sie im Gemüsegarten zur echten Herausforderung macht. Kohl, Rucola, Radieschen, Senf und Raps stehen ebenso auf ihrem Speiseplan wie viele Wildkräuter derselben Familie. Die Schäden entstehen durch Anstechen des Gewebes: An den Saugstellen entstehen helle Flecken, Blätter deformieren sich, Stängel verkorken.

 

Die Eier werden meist auf der Blattunterseite von Kohlgewächsen abgelegt, fein säuberlich angeordnet. In Europa ist die Art weit verbreitet. Aufgrund der höheren (Winter-)Temperaturen fällt sie bei uns im Spätfrühling und Frühsommer vermehrt auf, ist jedoch nicht neu eingewandert. 

Hinschauen lohnt sich, denn wer die Unterschiede kennt, erkennt die Gemüsewanze rechtzeitig, bevor sie sich ungestört durch das Beet arbeitet, und schützt zugleich die Feuerwanze, eine nützliche heimische Art, vor ungerechtfertigtem Misstrauen.

Veröffentlicht am 23.06.2026